Maria Grafft: mustergültig (Malerei/Objekte/Installation)
Die Ausstellung „mustergültig“ des ortsansässigen Künstlers Maria Grafft, in der sowohl ältere als auch aktuelle Arbeiten gezeigt werden, ist als Gesamtinstallation gedacht. Scheinbar spirituelle Wirkkräfte farbintensiver Linienmalereien und vereinzelter totemähnlicher Plastiken wirken raumdurchdringend aufeinander. Spiritualität selbst ist jedoch weder (primäre) Ursache der einzelnen Werkentstehung noch Ziel der künstlerischen Vermittlung – vielmehr bietet sie als eine Art Medium einen für den Künstler universalen Zugang zur Kunst.

Die Malereien bilden das Zentrum der Ausstellung. Im täglichen Akt extremer Konzentration schuf Maria Grafft, oft über Monate und Jahre hinweg, algorithmisch verfahrend einzelne streng geometrische, konzentrisch aufgebaute Linienbilder. So entstanden verschiedene Serien von Mandalas. Die drei geometrischen Grundfiguren in der Fläche, Kreis, Dreieck und Quadrat, fügen sich in die Symmetrie der Flächenstrukturierung eines vielschichtigen Liniengeflechts ein – trennen ab oder sind selbst Ausgangspunkte einer explosiven, die gesamte Bildfläche durchziehenden Strahlenfigur. Die strahlenförmige Konzentrik der Bildanlagen bewirkt eine raumübergreifende Bildordnung, führt Licht und Farbe durchscheinender polychromer Malgründe über die Fläche in den Raum. Dem entgegen steht die farbliche Eigenqualität monochromer Flächenfüllungen in satten, intensiv leuchtenden Farben wie Gelb, Rot und Schwarz.
In einzelnen jüngeren Bildwerken durchbricht schließlich der Künstler die dominante Bildsystematik: Organische Aufsprengungen der Textur legen scheinbar zuvor verborgen gebliebene Malschichten und astronomisch anmutende Liniensysteme teils kartografischen Charakters frei. Schließlich zeigt sich eine fast vollständig malerisch aufgelöste Version als abstrahlende großformatige Farbexplosion, filigran durchzogen von einem zart-zittrigen Linienraster. Ohne ihren hohen Grad der Abstraktion einzubüßen, geraten derart einst gedanklich, ideell und vielleicht abgerückt wirkende Sphären streng geometrischer Ordnung in einen sowohl kosmisch anschaulicheren als auch menschlich berührenderen Bereich.
Maria Graffts hochenergetische und -komplexe Bilder scheinen bewusst immense Konzentration einzufordern – unbewusst bieten sie eine Art Meditation – kontemplative Versenkung in eine zuweilen auch chaotisch wirkende Ordnung von Farbe, Linie und Struktur.

* ... in lilalalis namen ... *
60x100, Mischtechnik auf Holz, 2010

* ... der ... *

* ... die ... *

* ... das Glauben ... *
jeweils 60x60, Mischtechnik auf Holz, 2010

* ... hoffnung ... *
120x120, Mischtechnik auf Holz, 2010

* ... geheimnisumwittert ... *

* ... mittendrin ... *

* ... sagenumwoben ... *
jeweils 80x80, Mischtechnik auf Holz, 2010

* ... begreiferlein ... *
Objekt aus verschiedenen Materialien, 2007

* ... mitherzen ... *
Objekt aus verschiedenen Materialien, 2007

* ... hartes brot ... *
Objekt aus verschiedenen Materialien, 2010

* ... hauptsache ... *
Objekt aus verschiedenen Materialien, 2009








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*... schwarz - rot - gold ... *
jeweils 52x52, Kugelschreiber und Fineliner auf Papier, 2007-2009


