Unheimlich Heimelig - Malerei, Grafik, Collage: Tino Geiss, Katja Triol, Lars Wild
Mit den Arbeiten von Tino Geiß (Leipzig), Katja Triol (Weimar) und Lars Wild (Weimar) sind Traum- und Angstbilder, Bildern der Realität sowie der Erinnerung, realistischen, teils analytischen Darstellungen häuslicher Szenarien gegenübergestellt.

Katja Triol fängt jene unheimlich schönen Momente ein, die durch Lichterscheinungen entstehen, zum Beispiel wenn am Abend die Sonne tief steht und die Gegenstände ihrer Betrachtung zufällig in goldenem Licht illuminiert werden oder ins Gegenlicht treten. So erleuchtet und manchmal auch durchschienen, erscheinen die banalen alltäglichen Dinge, die Triol zum Bildgegenstand erhebt, plötzlich monumental, skulptural. Hier feiert ein allgemein hin als obsolet und prämodern verpönter Realismus in Form von Stillleben oder Effektstücken eine kleine Renaissance.
Lars Wilds Arbeiten sind rätselhaft und faszinieren durch ihre Vielschichtigkeit immer wieder aufs neue. Wild bedient sich aus Fragmenten der Realität, des Traums aber auch der Angst und des Wahns. Auf den ersten Blick naiv erscheinende Sujets, werden durchbrochen von bitterböser Ironie und Schalkhaftigkeit. Wild erschafft mit viel malerischer Potenz nur zum Teil definierbare Bildräume, die zur Bühne surrealer und irritierender Handlungen werden.
Die Arbeiten von Tino Geiß kreisen um die Themen Erinnerung und deren Wahrhaftigkeit. Der Neo Rauch-Schüler sucht in seinen Gemälden und Collagen nach der Vergangenheit, indem er Schicht für Schicht auf die Oberfläche aufträgt und teilweise wieder entfernt. So entwickelt sich eine einzigartige Oberflächenstruktur, die von dem Entstehungsprozess des Bildes erzählt. Die Motive – Fachwerkhäuser, dörfliche Landschaften und Interieurs – erscheinen dem Betrachter zwar vertraut, doch durch die ausschnitthafte Perspektive wirken sie gleichzeitig rätselhaft und verweigern sich einer ergründenden Erschließung.
Vernissage am Donnerstag, 16. September 20.00 Uhr
17. September bis 15. Oktober in der
Galerie Kunsthof Jena, Ballhausgasse 3
Kuratorium: Manuela Dix und Christian Finger


