Anne Schwing und Sabine Eichholz - Lupo Bionorica Nornii

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Zeitraum: 
31.10.2014 - 12.12.2014

Anne Schwing und Sabine Eichholz bilden den vierten Teil der Ausstellungsreiche „5 Jahre Kunsthof, 5 Jenaer Künstler, 5 Generationen. Mit dieser Reihe entsteht innerhalb eines Jahres ein Querschnitt künstlerischen Schaffens in der Stadt Jena und ein künstlerischer Austausch recht unabhängig voneinander agierender Kunstkreise. Im vierten Teil, ausgebaut zur Doppelausstellung, wird der bisherige Dialog zwischen verschiedenen künstlerischen Ausdruckformen, Malerei, Zeichnung, Collage, Skulptur insbesondere hinsichtlich Skulptur und Plastik durch Anne Schwing und Sabine Eichholz vertieft.
 

Galerie Kunsthof Jena


Anne Schwing entwickelte während ihres Studiums der Freien Kunst an der Bauhaus Universität eine eigene Formensprache, für deren Umsetzung sie sich mit verschiedenen Materialien auseinandersetzt und sich verschiedenster Techniken bedient – von der Bildhauerei, über das Schweißen, verschiedene Gusstechniken bis hin zu Feinguss insbesondere mit dem Material Bronze. Hierfür beschäftigt sich Schwing auf vielfältige Weise in ihrem künstlerischen Schaffen mit der Schnittstelle von künstlerischen und handwerklichen Prozessen.
In der Arbeit mit dem Dreidimensionalen als Ausdruckform interessiert Schwing auch die Wirkung der Skulpturen im Raum. Mit dieser Perspektive entwickelt Schwing immer wieder auch Bühnenbilder für Theaterstücke und Filme. Auffällig ist hierbei insbesondere auch ihr Einbezug des Kostümdesigns in die Gestaltung des Bühnenbildes und –Raums, womit sich für Bewegung, Kostüm und Bühne neue Interaktionsmöglichkeiten erschließen.

Sabine Eichholz arbeitet als Künstlerin ebenfalls intensiv mit Skulptur und Plastik. Neben verschiedenen Bildhauerarbeiten in der Toskana, leitet sie an der Bauhausuniversität Weimar die Gips- und Formwerkstatt. Sabine Eichholz prägte bereits ihm Rahmen des Projektes "Gartenstücke im Paradies" 2005 das Jenaer Stadtbild. Ihre Skulpturen zeigt Eichholz häufig im Kontext von Park- und Gartenlandschaften, wie beispielsweise in im Rahmen des "Tags der offenen Gärten Rudolstadt". Ähnlich wie Anne Sching  bringt auch Sabine Eichholz zuweilen ihre bildhauerische Arbeit im Kontext von Theater und Performance in Dialog mit der Dynamik körperlicher Bewegungen.

In der Ausstellung "Lupo Bionorica Nornii" kombinieren die beiden Künstlerinnen die Plastiken Schwings und Steinskulpturen Eichholz' mit einem Blick für Kuriositäten und einem Hang zum Morbiden. In den Arbeiten dieser Ausstellung beschäftigen sich die Künstlerinnen mit den Nornen, jenen schicksalshaften Figuren der nordischen Mythologie, welche zu dritt, als Urd (Was war), Verdandi (Was ist) und Skuld (Was sein wird) die Zeitlichkeit des Lebens abbilden. Als moosumsäumte Quelle klarem, kalten Wassers zwischen Findlingen entsprungen, auf Waldlichtungen und anderen Orten in Erschinung tretend, prägen sie diese und verweben sie in das Muster der Lebensfäden. In ihrer künstlerischen Forschung nach den Nornen bearbeiten Eichholz und Schwing vor der Frage der Schicksalshaftigkeit die Verwobenheit gesellschaftlicher und biographischer Zeitstrkturen.
 

Musikalisch wird die Vernissage von der hallenser art-dark-wave Band "warriors of darkness" begleitet: http://warriorsofdarkness.bandcamp.com/releases